Paartanz - Ein bereicherndes gemeinsames Hobby

01. Februar 2018 Paartanz - Ein bereicherndes gemeinsames Hobby

Warum hat man eigentlich vor gefühlten 20 Jahren (oder mehr) einen Schülertanzkurs besucht? Elterliche Auflage? Aussicht auf einen Abschlussball, verbunden mit der Anschaffung eines tollen neuen Abendkleides und einem Friseurbesuch? Oder vielleicht die Hoffnung, auf dem Parkett sein persönliches Liebesglück zu finden?

Die sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Schülertanzkurs trennen die ehemaligen Teilnehmer meist in zwei Lager: Erstens die Menschen, die sich schwören, nie wieder eine Tanzschule, geschweige denn eine Tanzfläche zu betreten (männlich wie weiblich) oder die, die begeistert und nostalgisch in den Erinnerungen der Schülertanzkurszeit schwelgen, bis Goldstar und mehr getanzt haben und jede Gelegenheit nutzen um auf der Tanzfläche ihr Können zu zeigen.

Doch was macht eigentlich die Faszination des „Paartanzens“ aus? Kann Tanzen überhaupt wirklich schön sein? Muss ich als Frau Kleidergröße 36 haben, hochhackige Tanzschuhe lieben und mich wie Helene Fischer graziös auf der Tanzfläche verbiegen? Ist „Let´s Dance“ Paartanz? Und sind Patrick Swayze, John Travolta  und die anderen modernen Ausgaben wirklich das männliche Bild eines Traumtänzers?

Doch wie klappt es mit dem Tanzen? Der erste und meist schwierigste Schritt ist zunächst einmal, einen gemeinsamen freien Termin für einen Tanzkurs zu finden – mühsam müssen hier Termine verschoben und umorganisiert, vielleicht auch noch Babysitter engagiert werden. Ist die erste Hürde geschafft, geht es jetzt darum, mit der „richtigen Haltung“ in den Kurs zu starten.

Oft hat Frau nach langem Bearbeiten (manchmal jahrelang) endlich ihren Partner soweit, dass dieser mehr oder weniger freiwillig mit ihr einen Tanzkurs besucht. Das Ideal und die Ziele für den „perfekten (Paar-)Tanz sind hoch angesetzt und dies führt dann häufig zu Frust auf der Tanzfläche - dass Paar ist genervt, nichts scheint zu klappen und die gemeinsame Zeit hat kaum etwas mit der erhofften Leichtigkeit und Harmonie zu tun.

Die wenigsten Paare beginnen tatsächlichen einen Tanzkurs, um irgendwann die Goldmedaille im Tanzsport zu gewinnen. Nein - den meisten geht es einzig und allein darum, gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen und mit Freude an der Bewegung und zur Musik etwas für die körperliche und geistige Gesundheit zu tun.

Endlich auf dem Parkett angekommen heißt es nun Einfühlungsvermögen zu zeigen. Eine einfache Regel, die möglichen Meinungsverschiedenheiten auf der Tanzfläche allen Wind aus den Segeln nimmt: Sich auf die Fähigkeiten und Erfahrung der Tanzlehrerin / des Tanzlehrers verlassen. Diese / dieser korrigiert und gibt das Lerntempo an – keiner der Tanzpartner belehrt den anderen. Diese „einfache“ Regel entspannt die ganze Lernsituation enorm. Denn neben Takt- und Rhythmusgefühl hat der Paartanz ganz klar eine große Herausforderung an das Paar: Das Geben und Nehmen - ein Führen und Folgen! Sich führen lassen -  von der Musik und vom Partner. Vom Alltag und vom Job abschalten, Musik und Takt erspüren!  Beim Tanzen kommt es nicht auf die tollsten Drehungen und Figuren an, sondern eins mit dem Partner zu werden und sich ganz auf einander einzulassen.

Tanzen hat auch sehr viel mit Weiblichkeit und Männlichkeit zu tun, wobei es hierbei nicht um eine Stärkung des klassischen Rollenbildes geht. Eine Partnerschaft ist immer ein Geben und Nehmen, ein Führen und Geführt werden, ein Fallenlassen und Auffangen – immer im Wechselspiel, auf Augenhöhe und mit Achtung und Respekt vor den Bedürfnissen des Partners. Ein harmonisches Tanzen betont die Gemeinsamkeiten der beiden Geschlechter bzw. Personen. Dazu gehört (tänzerisches) Selbstbewusstsein, denn egal was andere denken – „zusammen sehen wir auf dem Parkett toll aus und fühlen uns wohl“ – wichtig ist einzig und allein das wunderbar herrliche Gefühl gemeinsam dem Alltag zu enttanzen.

Der Weg dorthin ist manchmal etwas steinig – wie bei jedem Hobby oder jeder anderen Sportart die neu begonnen wird. Als Paar kann man sich hier gegenseitig motivieren und unterstützen. Die Zeit auf dem Parkett gehört dem Paar – sich nahe sein, sich in den Armen des Partners wohlfühlen. Wie für jeden Menschen ist es auch für jedes Paar eine Aufgabe, herauszufinden, was ihnen gut tut: Welche Musik gefällt uns? Welchen Tanzstil finden beide gut - wann geht unser Herz auf, wo fühlen wir uns wohl?

Die Freude an der gemeinsamen Bewegung zu der Musik und die Zweisamkeit, machen die Begeisterung für das gemeinsame Hobby „PAARTANZ“ aus.

Also, jetzt Lust auf Tanzen bekommen?

Schnappen Sie sich Ihre Herzensdame oder Traummann und freuen Sie sich auf eine wunderschöne gemeinsame Zeit (auf dem Parkett).

Es gibt nichts Schöneres und Leichteres: Musik an, den Kopf ausschalten, in den Armnehmen, ein Schritt rechts – ein Schritt links, wiegen, drehen … und schon tanzen Sie!!!

Mit den besten Wünschen für eine wunderschöne „Tanzzeit“

Ihre Vera Schoen, Tanzstudio Süd